太 極 拳   (alte Zeichen)                太 极 拳   (neue Zeichen)


Tai Chi Chuan bedeutet 
"Kampfkunst nach den Tai Chi Prinzip" bzw. "Kampfkunst nach dem Yin-Yang Prinzip".


 

Der Wu-Stil geht auf (Wu) Quanyou zurück. Quanyou, Offizier der kaiserlichen Leibgarde  lernte von Yang Luchan und gab die Tradition an seinen Sohn Wu Jianquan,
ebenfalls Mitglied der kaiserlichen Leibgarde, weiter.

Zu dieser Zeit gab es Taijiquan ausschliesslich als Kampfkunst und langsame Bewegungen waren nicht üblich.
Zudem war es eine innere Kampfkunst (Nei Jia Quan), d.h. sie wurde nicht öffentlich unterrichtet sondern lediglich im Familienkreis gelehrt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs, ging Taijiquan an die Öffentlichkeit. Dabei wurden die langsamen Formen entwickelt.
Wu Jianquan entwickelte basierend auf der ursprünglichen schnellen Form die lange langsame Form. Sein Meisterschüler Ma Yuehliang entwickelte später noch eine kurze Variante dieser Form, die heute als die "kurze Form" praktiziert wird.


In den 80ziger Jahren machte Ma Yuehliang die bis dahin geheim gehaltene schnelle Form ebenfalls öffentlich.
Sein Meisterschüler und zugleich einer seiner Söhne, Ma Jiangbao, verbreitete von 1986 bis 2016 den Wu-Stil in Europa.


Das System enthält neben den Handformen noch die Säbelform, die Lanzenform und die Schwertform.
Zudem git es noch die 5 Vorübungen und das gesamte Tui Shou (Partneranwendungen) Programm.

 

Der Wu-Stil zeichnet sich durch fliessende, geschmeidige und kompakte Bewegungen aus.
Diese werden in kleinen Kreisen bzw. Spiralen ausgeführt und beziehen den gesamten Körper ein.

Die langsamen Formen werden in Zeitlupe "gelaufen", d.h. die Form selbst entspricht einer einzigen fliessenden Bewegung,
die weder stoppt noch neu ansetzt.
Eine solche "Bewegung" dauert z.B. bei der langen Form dann schon mal ca. 40 Minuten.

Der Rücken ist -in sich-  zwischen Steißbein und Scheitel (Weilü Zhongzheng - Hanxiong Babei) stets gerade und dient als in sich drehbare Achse.
Die Füße stehen bei Schritten (Gong Bu, Xu Bu, Ping Xing Bu) parallel.
Bei Drehungen des Standes werden sie sinnvoll auf Ferse oder Fussballen gedreht und stehen übergangsweise im rechten Winkel (Ding Zi Bu).
Insgesamt wird einer natürlichen Funktionsweise der Fußgelenke, Kniegelenke, Hüftgelenke, der Wirbelsäule, den Schultern, Ellbogen und Handgelenken zugearbeitet, was die Bewegungen sehr locker und vor allem natürlich macht.

Diese Art der Ausführung ist zum Einen sehr anspruchsvoll zum Anderen jedoch sehr entlastend für Körper, Geist und Seele.
Dadurch, dass "man" durch und durch beansprucht wird, sich aber nicht verausgabt -Atmung wird langsam, tief und gleichmäßig-, kann man das stimulierte Energiepotential besser im Körper nutzen als es gleich wieder loszuwerden. Taijiquan bildet mit der Zeit so eine umfassendere energetische Struktur.

Aufgrund seiner speziellen Art eignet sich Taijiquan für jung und alt und für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen.

 

Hier noch ein Artikel über den Wu-Stil.  -> link